Ein starker Partner für die Zusammenarbeit
Neuigkeit • von Dirk Keil
Im Norden Deutschlands finden sich gut 500 Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen Biotechnologie, Medizintechnik und Pharmakologie. Das Netzwerk Life Science Nord bringt diese Einrichtungen zusammen, stärkt den Wissensaustausch und vertritt als Interessenorganisation 260 aktive Vereinsmitglieder dieser Branchen. Das Netzwerk ist somit ein bedeutender Innovations- und Wirtschaftsfaktor sowie ein wichtiges Element der Clusterpolitik der Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg. Im Kern der Aktivitäten des Netzwerkes steht das Engagement für die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Damit trägt Life Science Nord zur Innovation und Wertschöpfung in der Region bei und leistet gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zur internationalen Sichtbarkeit des Life-Science-Standortes Norddeutschland.
Das Netzwerk ist 2004 entstanden und besteht aus zwei Säulen: dem Clustermanagement (Life Science Nord Management GmbH) und dem Förderverein. Die operative Arbeit des Netzwerkes wird in der ersten Säue organisiert, und hier werden den regionalen Akteuren auch effektive Tools und Services angeboten. Die zweite Säule, der Förderverein Life Science Nord e.V., ist das Rückgrat der Branchenregion. Er vernetzt die Vereinsmitglieder*innen über die verschiedensten Teilbereiche hinweg, sorgt für einen innovativen Wissensaustausch und vertritt die Interessen der Life Science Branche in den Bundesländern Schleswig-Holstein und Hamburg.
Türen öffnen in die Welt
Life Science Nord hilft Akteur*innen bei der Vernetzung, unterstützt innovative Neugründungen und Startups, berät zu Förderprogrammen, und es engagiert sich dafür, die Wege von der Forschung zur Entwicklung und Produktion zu verkürzen. Das Netzwerk unterstützt die Initiierung und Durchführung strategischer Projekte, und es vermittelt den internationalen Austausch mit anderen Clustern in den Bereichen Biotechnologie, Medizintechnik und Pharmakologie.
„Wir öffnen Ihnen weltweit Türen“ ist ein Motto des Netzwerks, und Life Science Nord hilft, Kontakte und Verbindungen über Landesgrenzen hinweg zu knüpfen. Ohne internationalen Wissensaustausch und Zusammenarbeit sind Forschung, Entwicklung und Produktion in der Medizin, Biotechnologie und Pharmakologie heute kaum noch denkbar. Diese Situation prägt auch die Arbeit von Life Science Nord. Dazu Dr. Anna Eckers, Projektmanagerin für Innovation und Technologien bei der Life Science Nord Management GmbH: „Internationale Zusammenarbeit ist unabdingbar und besitzt auch bei uns im Cluster einen hohen Stellenwert. Ich persönlich war in grenzübergreifenden Interreg-Projekten wie BONEBANK und BFCC mit dem Schwerpunkt der Knochenheilung tätig. Diese Projekte haben Unterschiede innerhalb der EU deutlich gemacht, aber auch viele neue transnationale Lösungen geschaffen. Wir sind gerade beim Datenaustausch auf der Gesundheitsebene noch nicht am Ende, aber diese Projekte haben in unserem Cluster immer einen Mehrwehrt geschaffen. Die Internationalisierung für unsere Mitgliedsunternehmen in Richtung China, USA und Japan wird im Projekt MAGIA adressiert. Damit unterstützen wir vor allem unsere KMU im Cluster für den Markteintritt in diese Regionen.“
LIFE Science und NordDigHealth
Ein weiteres grenzübergreifendes Projekt ist NorDigHealth. Life Science Nord ist im Jahr 2019 eine Netzwerkpartnerschaft mit diesem Interreg-Projekt eingegangen, in dem Cluster in Deutschland und Dänemark gemeinsam grenzübergreifend aktiv werden. Forscher*innen aus beiden Ländern untersuchen, wie neue Gesundheitstechnologien ihren Bürger*innen zu einem gesünderen Lebensstil verhelfen können.
Gesundheitstechnologien und besonders auch mobilen Technologien kommt in der Zukunft eine wachsende Rolle zu. Dr. Eckers verweist hier beispielsweise auf telematische Infrastrukturen und die digitale Vernetzung, die besonders in ländlichen Regionen wichtig ist: „Durch die Möglichkeit, digitale Gesundheitsanwendungen erstattet zu bekommen, ist dieses Aufgabenfeld seit Mitte 2020 besonders für Start-Ups in Deutschland attraktiv – hier ergeben sich ganz neue Marktchancen und Geschäftsmodelle. Ein besonderes Zukunftsthema ist auch die Digitalisierung in der Präzisionsmedizin. Hier werden wir seit Beginn 2020 gefördert, um personalisierte Lösungen, Ideen und natürlich Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Biotech und Medizintechnologie in diesem Schwerpunkt zu vernetzen. Hier haben wir das Projekt P.I.L.O.T. gestartet, mit dem wir regionale und/oder internationale Testfelder erschaffen möchten, um die mobilen Technologien und individualisierten Lösungen im Norden und auch international voranzutreiben.“
Die am Projekt NorDigHealth beteiligten wissenschaftlichen Teams sind nun im letzten Jahr des gemeinsamen dreijährigen Projektes. Damit sind gute Anfänge gemacht, aber im Bereich der Gesundheitstechnologien sind noch viele Arbeitsfelder offen, und der Wunsch nach weiterer gemeinsamer grenzübergreifender Forschung und Zusammenarbeit ist groß. Vielleicht ergibt sich im Rahmen der nun entstandenen Verbindungen zwischen Deutschland und Dänemark die Möglichkeit, diese Arbeit auch künftig fortzusetzen und zu vertiefen. Dazu Dr. Eckers: „Seitens Life Science Nord als auch seitens unserer Akteure ist das Interesse an internationalen Projekten und transnationaler Kooperation sehr groß. Wir sind Netzwerker und Multiplikator – daher sind die Themen beispielsweise des europäischen Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont Europe und auch andere Programme ein großes Thema. Wir sind offen für Projekt- und Kooperationsideen.“
